Worauf Sie bei der Auswahl eines Ombudsmann achten sollten

  1. Die Bezeichnung „Mediator“, „Ombudsmann“ oder „Konfliktlöser“

Die Bezeichnung Mediator, Ombudsmann oder Konflitlöser sind nicht geschützt.  Es gibt etliche Leute, die sich Mediator nennen oder ihre Begleitung oder Vermittlung Mediation nennen. Aber nicht überall, wo Mediation/Mediator drauf steht ist auch Mediation drin. Viele selbsternannte „Mediatoren“ haben sich auf die Fahnen geschrieben, Mediation zu machen, oft ist es allerdings nur Coaching oder eine Art der Konfliktbegleitung.

Mediation folgt einem wissenschaftlich erforschten Weg zur fairen Konfliktklärung.  Deswegen sollten Mediatoren auch eine Mediationsausbildung nachweisen. 

 

  1. Ausbildung

 Es gibt verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten.  Die Ausbildung über Bundesvereine wie dem Bundesverband Mediation oder dem Bundesverband Familien-Mediation setzt zur Anerkennung des Mediators/Mediatorin mind. 200 Stunden voraus incl. Intervisionen und  Rollenspielen voraus.  Zusätzlich müssen vier praktische Fälle mit  supervisorische Begleitung  belegt werden.

Präsenz-Seminare haben den Vorteil gegenüber  Fernstudien,  dass man von Anfang an praktisch üben und das Gehörte mit den anderen Auszubildenden in Rollenspielen anwenden kann.

Rechtsanwälte mit der Zusatzausbildung Mediation brauchen zur Anerkennung nur 80-120 Stunden Mediationsausbildung.

Eine Zertifizierung der anerkannten Ausbildungsstätten und eine Anerkennung durch die Bundesverbände ist eine erste Stufe  zur Erkennung von Kompetenzen.

 

  1. Vertrauen

Die nächste Stufe zur Auswahl eines Mediators/Mediatorin  ist  die „Sympathie“ zum Mediator, also die Frage: Stimmt die Chemie? Komme ich mit der Person klar? Hab ich einen Draht zu der Person?  Kann ich mir vorstellen, vertrauensvoll mit der Person  zu arbeiten?  Das ist das A und O für eine gute, gedeihliche Zusammenarbeit.

Viele MediatorInnen bieten dazu ein kostenloses Erst-oder Kennenlern-Gespräch an, bei dem sie die wichtigsten Punkte bezüglich der Mediation erklären, ihre Arbeitsweise vermitteln und so den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit legen.  Die Medianten  sind dann frei,  sich für diese Person zu entscheiden oder auch sich noch mal umzuschauen. Das ist eine gute Praxis, um wirklich eine Wahl zu treffen und sich nicht an den „erstbesten“ zu hängen.

 

  1. Offenheit

Im Zeitalter des Internets ist es wichtig den/die MediatorIn auch vorher schon mal kennenzulernen, um sich ein erstes Bild zu machen. Dazu ist es unbedingt notwendig, dass der/die MediatoIin auch im Internet präsent ist und man sich schon mal ein Bild machen kann.   So sollten etwa auf  der Homepage  entsprechende Informationen, Bilder und Vorstellungen enthalten sein.  Ebenso ist es wichtig, etwas über das Honorar zu erfahren, damit es nicht erst erfragt werden muss. Es gehört einfach zur Offenheit dazu, dass man   Informationen schon im Internet abrufen kann.  Wer nichts zu verbergen hat, kann sich offen zeigen und kommunizieren.  Achten Sie auf die Darstellung im Internet!  Sagt Ihnen der Mensch zu? Erhalten sie ausreichende Informationen? Kann man schon an der Internetseite etwas von Seriosität und Professionalität erkennen? Gibt es Informationsmöglichkeiten?  Das können schon Zeichen für eine Offenheit und damit Ehrlichkeit/Authentizität des/der MediatorIn sein.

 

  1. Quellberuf

In der Mediation geht es stark darum, sich in die jeweilige Situation, das Fühlen und Denken der MediantInnen hinein versetzen zu können.  Dazu braucht es  eine tiefe Menschenkenntnis und ein  Wissen um die psychologischen Abläufe  im Menschen, um wirklich hilfreich sein zu können. Es nützt gar nichts, sich auf einem Fachgebiet auszukennen und z.B. Rechtskenntnisse zu haben, wenn man sich nicht in die Menschen hinein versetzen kann.  Eine herausragende Aufgabe der/des Mediators/Mediatorin besteht darin,  den Medianten zu eigenen Lösungen zu verhelfen.  Hier scheitern viele Mediatoren, die oft in ihren Quellberufen  gelernt haben Ratschläge zu geben oder in eine bestimmte Richtung zu drängen.

Bei der Auswahl eines Mediators sollten Sie darum auch auf den Quellberuf achten.  Wollen Sie sich lieber Sachbearbeitern, Dipom-Ingenieuren, Anwälten oder lieber Personen aus dem Psycho-sozialen-Bereichen anvertrauen, die gelernt haben, die menschliche Seite zu sehen?

Ist Ihnen ein religiöser Hintergrund des Mediators wichtig? Vertrauen Sie lieber jemandem, der von Hoffnung und Glauben getragen ist?

Schauen Sie bei der Frage welchem Mediator sie sich anvertrauen möchten, auch auf den Quellberuf und fragen Sie sich, wo sie sich am besten aufgehoben fühlen.

Sachinformationen kann man sich schnell auch mal im Internet holen. Ein einfühlendes Verständnis und die Wertschätzung der Medianten sind Voraussetzungen, die einen guten Mediator ausmachen.  Da ist die Person wichtiger als eine Sachkenntnis.

 

  1. Preise / Transparenz

Die Preise für eine Mediation sind sehr unterschiedlich. Sie liegen im Schnitt etwa zwischen 100 – 300,- € pro Stunde.  Für das Schreiben von Protokollen oder einer Trennungs/Scheidungs-Vereinbarung wird oft eine extra Gebühr genommen, die ungefähr dem Stundensatz entspricht.  Jede Dienstleistung hat natürlich Ihren Preis. MediatorInnen müssen Ihre Ausbildung und Einrichtung selbst bezahlen. Dabei ist die Frage des Preises auch eine Abwägungsfrage. Der  Preis  orientiert  sich bei Anwälten z.B. auch am Preisgefüge Ihres Berufsstandes. 

Ein hoher Preis kann  ein Hinweis auf die Professionalität des Mediators sein, muss es aber natürlich nicht. Ist der Preis zu gering, sollten sie vorsichtig sein und auch noch mal nach der Ausbildung fragen.

Mit einer guten Mediation erhalten Sie auf jeden Fall ein hohes Gut, das seinen Preis wert ist. Denken Sie nur daran, wie wertvoll es ist, sich gütlich und fair zu einigen, wieder ruhig schlafen zu können und (inneren) Frieden zu erleben.

 

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